Dorfentwicklung - Erarbeitung von Perspektiven

Die Stadt Bad Oeynhausen liegt im Kreis Minden-Lübbecke im Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen, hat über 52.000 Einwohner und besteht aus sieben Ortsteilen mit teilweise dörflicher Prägung. Für die Ortsteile Dehme und Wulferdingsen sollen im Rahmen der Dorferneuerung Entwicklungskonzepte erarbeitet werden, die eine Förderung von Projekten ermöglichen. Die Planung und Durchführung dieser ist aufgrund eines politischen Beschlusses möglich. 

Ein wesentlicher Bestandteil eines Dorfinnenentwicklungskonzeptes (kurz DIEK) besteht in der Entwicklung eines zukünftigen Profils des Dorfes, um Wege aufzuzeigen, wie den anstehenden Herausforderungen begegnet werden kann. Auf der Grundlage einer Bestandsanalyse wird gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Dorfprofil entwickelt, das alle stadtteilrelevanten Themenschwerpunkte beinhaltet. Die Erarbeitung eines individuellen und integrierten Konzeptes ist hilfreich, um folgende zentrale Fragen zu klären: 
 

·    Wo steht der jeweilige Ortsteil heute?

·    Wo liegt das besondere Profil des Ortsteils?

·    Wie soll der Ortsteil künftig aussehen?

·    Was muss getan werden, um diese Ziele zu erreichen?





Die zukünftige Entwicklung von Dehme und Wulferdingsen hängt von zahlreichen Faktoren ab. Hierbei ist der wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturwandel ebenso wichtig wie die Veränderung der demographischen Strukturen. Weiterhin sind Themen der Innenentwicklung, Mobilität, Energie und des Klimaschutzes wichtig für die Zukunft, denn auch hier wird es Veränderungen geben.

Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig auf diese und andere Entwicklungen vorzubereiten. Integrierte und partizipativ durchgeführte Konzepte vereinen dabei die oben genannten Aspekte. Sie haben zum Ziel, die Dörfer, insbesondere die Dorfkerne, lebenswerter zu gestalten. Dies beinhaltet neben den klassischen Ansätzen der Dorferneuerung auch die Umsetzung neuer, aus dem demographischen Wandel heraus notwendig gewordener Ideen, um lebenswerte Räume im Dorfinneren zu erhalten bzw. zu schaffen.

Dabei sind die lokalen Akteure unverzichtbar: Die Einbindung der BürgerInnen sowie Multiplikatoren einerseits sowie der Politik und Verwaltung andererseits, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Verantwortungsgemeinschaft. Nur so kann den Herausforderungen an die künftige Dorfentwicklung begegnet werden. 

weiteres Vorgehen

 

1. Rückmeldungen der Paten zu den                              Projektprofilen Dehme (04.05)

2. Rückmeldungen der Paten zu den                             Projektprofilen Wulferdingsen/Bergkirchen        (06.05)

3. Fertigstellung der DIEK-Berichte (Abgabe              Entwurfsfassung 09.05)

4. Politische Beratung im ASE (09.06) und                   Ratssitzung (22.06) 

5. Erstellung der Förderanträge 

6. Abstimmung mit der Bez. Reg. 

7. Abgabe der Förderanträge 

DIEK Eigenschaften

Das integrierte Dorfinnenentwicklungskonzept unterstützt Dörfer als informelles Planungs- und Steuerungsinstrument bei der Gestaltung ihrer Zukunft, die von allen Akteuren der Dorfgemeinschaft mitgetragen wird. Darin werden Leitbilder, Zielgedanken und konkrete Maßnahmen festgehalten, die die Entwicklung der nächsten Jahre skizzieren und dazu dienen, einen gewünschten Soll-Zustand zu erreichen. Vier zentrale Eigenschaften kennzeichnen dabei das Dorfinnenentwicklungskonzept:

  • Das DIEK beschäftigt sich mit verschiedenen, den Ort betreffenden Themen (sektorübergreifend).
  • Es handelt sich um ein von den örtlichen Akteuren gemeinsam entwickeltes und getragenes Konzept (partnerschaftlich).
  • Das DIEK ist nicht statisch, sondern kann nach seiner Erstellung erweitert und angepasst werden (dynamisch).
  • Es ist auf eine Perspektive von rund zehn Jahren angelegt (langfristig).


Thematische Bausteine

Mit der Erstellung der beiden DIEKs bietet sich die Möglichkeit zur fachüber-greifenden, individuell auf die jeweilige Ortslage bezogenen Betrachtung aller relevanten Aufgabenfelder. Die Grundlagenermittlung entlang der Themenfelder Demographie, Siedlungsentwicklung inkl. Innenentwicklung, Verkehr und Mobilität, Wirtschaft, Tourismus, Freizeit und Kultur, Ortsbild und -gestalt sowie Natur, Klima und Umwelt, aber auch technische sowie soziale Infrastruktur stellt einen ersten Schritt bei der Konzeptentwicklung dar. 

Die gesammelten Erkenntnisse werden in eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken) überführt. Daraufhin erfolgt dann die Projektentwicklung sowie die Entwicklung der Gesamtstrategie für das DIEK Dehme bzw. das DIEK Wulferdingsen.